Wolf Biermann liest

Freitag, 05. 05. 2017 17 Uhr

Ort: Festsaal des Komitatsgebäudes (7621 Pécs, Papnövelde Str. 5.)

Wolf Biermann liest auf Einladung des Goethe-Institut Budapest und des Lenau-Hauses aus seiner Autobiographie auf der Jahrestagung der Gesellschaft ungarischer Germanisten – anlässlich des 650. Jahrestages der Gründung der Universität Pécs.In Zusammenarbeit mit dem Germanistischen Institut der Universität Pécs.

„Der Tag meiner Konzertreise kam. Im DDR-Reisepass der kostbare Stempel mit dem Reisevisum. Kein Anruf, kein Widerruf aus dem Ministerium. Am 11. November [1976] ging ich mit meiner kleinen und großen Weißgerber-Gitarre, in jeder Hand eine, dazu über die Schulter ein Reisetäschchen gehängt, aus dem Haus. Niemand begleitete mich. Ich lief tatsächlich wie Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein…“ – so beschreibt Wolf Biermann in seiner Autobiographie Warte nicht auf bessre Zeiten! den entscheidenden Grenzübertritt, den Weg zum Konzert im Westen, der sich in seiner Bedeutung im Nachhinein erst entpuppte. Die DDR war danach nicht mehr dieselbe.”

Biermann wurde 1936 in Hamburg geboren. Er siedelte 1953 in die DDR über und veröffentlichte 1960 erste Lieder und Gedichte. Gegen den Brecht-Schüler, später dann scharfen Kritiker der SED und der DDR wurde 1965 dort ein Auftritts- und Publikationsverbot verhängt. 1976 wurde ihm eine Konzertreise in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen, die Wiedereinreise in die DDR aber verweigert. Er wurde ausgebürgert. Die Ausbürgerung Biermanns löste in Ost- und Westdeutschland breite Proteste aus.
Moderation: Dr. Zoltán Szendi

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